Olivia Vermeulen – Mezzosopran

Gelobt für den „außergewöhnlichen Farbenreichtum“ ihrer Stimme (Opernwelt) und ihren Gesang von „exquisiter, unerschöpflicher Süße“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung), hat sich Olivia Vermeulen als eine der führenden Vokalkünstlerinnen in der heutigen klassischen Musikwelt etabliert. Ihre Opern- und Konzertaufführungen in einem breiten Repertoire von Alter Musik bis hin zu Werken des 21. Jahrhunderts haben das Publikum auf der ganzen Welt verblüfft.
Nachdem sie 2019 ihr Debüt an der Opéra National de Paris in einer bahnbrechenden Produktion von Scarlattis Il primo omicidio unter der Leitung von René Jacobs mit Romeo Castellucci gefeiert hatte, ging sie mit dem Freiburger Barockorchester, ebenfalls unter René Jacobs, als Donna Elvira in Mozarts Don Giovanni auf internationale Tournee. In derselben Spielzeit kehrte sie an die Berliner Staatsoper Unter den Linden zurück, wo sie 2016 in der Hauptrolle des Turno in Steffanis Amor Vien dal Destino unter der Regie von René Jacobs ihr stürmisch gefeiertes Debüt gegeben hatte. 2018 debütierte sie mit den Berliner Philharmonikern in einer Aufführung von Mozarts großer c-Moll-Messe unter der Leitung von Daniel Harding. Ihre Interpretation der Rolle des Cherubino in Le Nozze di Figaro, die sie 2018 auf einer Welttournee mit dem Freiburger Barockorchester unter René Jacobs aufführte, erhielt begeisterte Kritiken.
Zu den Höhepunkten der laufenden Saison zählt ihr Debüt mit dem NHK Symphony Orchestra, wo sie Beethovens Missa Solemnis unter Masaaki Suzuki in Tokio aufführte. Die nächste Station ist Moskau, wo sie die Rolle des Sesto in einer konzertanten Aufführung von Händels Giulio Cesare unter der Leitung von Christopher Moulds übernehmen wird. Im Frühjahr singt Frau Vermeulen eine Wiederaufnahme von Thomas Larchers Das Jagdgewehr an der Nationalen Oper Amsterdam. Ihre aufregende neue Solo-CD mit Jan Philip Schulze, Dirty Minds, wird noch in dieser Saison bei Challenge Records erscheinen. Mit Blick auf die Spielzeit 2000/2021 läutet eine Produktion von Idamante (Idomeneo) unter Giovanni Antonini ihr Debüt am Opernhaus Zürich ein.
Olivia Vermeulen arbeitete häufig mit bedeutenden Dirigenten wie René Jacobs, Philippe Herreweghe, Pablo Heras-Casado, Daniel Harding, Marek Janowski, Michael Schønwandt, Lothar Zagrosek, Andrea Marcon, Giovanni Antonini, Iván Fischer, Markus Stenz, Frans Brüggen, Reinhard Goebel, Alessandro de Marchi und Tomáš Netopil zusammen. Sie trat mit vielen der renommiertesten Orchester der Welt auf, darunter das Budapest Festival Orchestra, das London Symphony Orchestra, das Netherlands Radio Philharmonic Orchestra, das Ensemble Modern und die Camerata Salzburg, und wurde zu führenden Festivals eingeladen, darunter das Festival International d’Art Lyrique d’Aix-en-Provence, die Ruhrtriennale, das Festival International d’Opéra Baroque & Romantique de Beaune, die Opernfestspiele München, Musikfest Berlin, Kissinger Sommer, Rheingau Musik Festival, Mozartwoche Salzburg und das Schleswig-Holstein Musik Festival.
Als Verfechterin eines ungewöhnlich breiten Repertoires aus fünf Jahrhunderten war Olivia bei den Bregenzer Festspielen 2018 in der Uraufführung von Thomas Larchers Oper Das Jagdgewehr zu sehen. Sie hat Lieder von Wolfgang Rihm uraufgeführt und feierte 2017 ihr Debüt bei der Ruhrtriennale mit der Uraufführung von Kein Licht von Philippe Manoury. Auf der Opernbühne war sie zuletzt in Mozarts La Finta Giardiniera zu erleben, sang die Titelpartie in Händels Teseo im Moskauer Tschaikowsky-Saal und war als titelgebende Königin in Vivaldis Arsilda am Grand Théâtre Luxembourg, an der Opéra de Lille und an der Opéra Royal Versailles zu erleben. Darüber hinaus sang sie kürzlich Fjodor in Boris Godunow in Amsterdam und Annio in Mozarts La Clemenza di Tito in Moskau sowie Cherubino in einer Produktion von Le Nozze di Figaro an der Opéra de Dijon bei den Festspielen von Aix-en-Provence.
Die gebürtige Niederländerin Olivia Vermeulen studierte in Detmold und Berlin bei Julie Kaufmann und arbeitete in Meisterkursen bei Dietrich Fischer-Dieskau, Andreas Scholl, Thomas Quasthoff und Irwin Gage. Neben vielen anderen Auszeichnungen und Preisen gewann sie 2008 den Liedwettbewerb „La Voce“ des Bayerischen Rundfunks. Ihre jüngste Einspielung von Mozarts großer Messe in c-Moll wurde mit Preisen und internationalem Kritikerlob ausgezeichnet (Masaaki Suzuki, Bach Collegium Japan, BIS Records 2016). Auch ihre jüngste CD-Veröffentlichung von G.F. Händels Version von Didone abbandonata (Deutsche Harmonia Mundi/SONY 2018) wurde weltweit von der Kritik hoch gelobt.